Glossar

Vorsorge- und Versicherungsbegriffe einfach erklärt

Versicherungsdeutsch versteht niemand auf Anhieb. Hier findest du die wichtigsten Begriffe rund um Einkommensabsicherung, Altersvorsorge, Vermögensaufbau und Krankenversicherung, kurz und ohne Fachchinesisch.

Einkommensabsicherung

Berufsunfähigkeit (BU)
Liegt vor, wenn du deinen zuletzt ausgeübten Beruf aus gesundheitlichen Gründen dauerhaft nicht mehr ausüben kannst. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt in diesem Fall eine vereinbarte monatliche Rente.
BU-Lücke
Die Differenz zwischen dem, was du im Ernstfall an gesetzlichen und betrieblichen Leistungen bekommst, und dem, was du zum Leben tatsächlich brauchst. Unser BU-Rechner zeigt dir eine erste Einschätzung.
Erwerbsminderungsrente
Gesetzliche Leistung der Rentenversicherung bei stark eingeschränkter Erwerbsfähigkeit, unabhängig vom erlernten Beruf. Meist deutlich niedriger als das gewohnte Einkommen und daher nur ein Baustein der Absicherung.
Grundfähigkeitsversicherung
Alternative bzw. Ergänzung zur BU: Sie zahlt, wenn du bestimmte körperliche oder geistige Grundfähigkeiten verlierst (z. B. Sehen, Gehen, Konzentration), unabhängig davon, ob eine Berufsunfähigkeit im engeren Sinn vorliegt.
Anonyme Risikovoranfrage
Eine Voranfrage bei Versicherern über den Maklerpool, ohne dass dein Name genannt wird. So lässt sich prüfen, ob und zu welchen Konditionen ein Vertragsabschluss möglich ist, ohne dass eine Ablehnung in der HIS-Datei vermerkt wird.
HIS-Datei
Zentrale Auskunftsdatei der Versicherer (Hinweis- und Informationssystem). Anfragen und Ablehnungen können dort vermerkt werden und spätere Vertragsabschlüsse erschweren. Deshalb ist die anonyme Voranfrage sinnvoll.
Nachversicherungsgarantie
Recht, die versicherte Rente bei bestimmten Lebensereignissen (z. B. Gehaltssprung, Hochzeit, Immobilienkauf) ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen.

Altersvorsorge & Vermögen

Rentenlücke
Der Unterschied zwischen deinem heutigen Nettoeinkommen und der Rente, die du laut Renteninformation im Alter zu erwarten hast. Zeigt, wie viel private Vorsorge zusätzlich nötig ist.
Betriebliche Altersvorsorge (bAV)
Vorsorge über den Arbeitgeber, z. B. per Entgeltumwandlung. Ein Teil des Bruttogehalts fließt in einen Vorsorgevertrag; Arbeitgeber müssen unter bestimmten Voraussetzungen einen Zuschuss leisten.
Basisrente (Rürup-Rente)
Steuerlich geförderte Altersvorsorge vor allem für Selbstständige und Gutverdiener. Auszahlung erfolgt als lebenslange Rente, eine Kapitalauszahlung ist nicht möglich.
ETF (Exchange Traded Fund)
Börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktien- oder Anleiheindex möglichst kostengünstig nachbildet. Grundbaustein vieler Depot- und Fondspolicen-Strategien zum Vermögensaufbau.
Fondspolice vs. Depot
Bei der Fondspolice läuft der ETF-Sparplan innerhalb eines Versicherungsmantels (steuerliche Vorteile bei Auszahlung nach mindestens 12 Jahren Laufzeit und ab Alter 62, dafür laufende Kosten); beim Depot investierst du direkt und behältst volle Flexibilität. Unser Rechner vergleicht beide Wege.
Vorabpauschale
Jährliche fiktive Besteuerung thesaurierender Fonds/ETFs im Depot, auch wenn keine Ausschüttung erfolgt ist. Bei Fondspolicen entfällt sie, ein Unterschied, der beim Kostenvergleich zählt.
Überschussbeteiligung
Zusätzlicher Ertrag klassischer Versicherungsverträge, den der Versicherer über die Garantieverzinsung hinaus an Kunden ausschüttet, sofern die Geschäftsentwicklung dies zulässt.

Kranken & Pflege

Gesetzliche Krankenversicherung (GKV)
Pflichtversicherung für die meisten Angestellten; Beiträge richten sich nach dem Einkommen, der Leistungskatalog ist gesetzlich vorgegeben.
Private Krankenversicherung (PKV)
Alternative für Selbstständige, Beamte und gut verdienende Angestellte oberhalb der Versicherungspflichtgrenze. Beiträge richten sich nach Gesundheitszustand, Alter und gewähltem Tarif statt nach Einkommen.
Beihilfe
Zuschuss des Dienstherrn zu Krankheitskosten von Beamte. Die PKV wird meist als Ergänzung zur Beihilfe abgeschlossen und deckt den verbleibenden Anteil ab.
Selbstbehalt
Betrag, den du bei Behandlungen zunächst selbst trägst, bevor die Versicherung einspringt. Ein höherer Selbstbehalt senkt in der Regel den laufenden Beitrag.
Beitragsrückerstattung
Teilweise Erstattung der PKV-Beiträge, wenn in einem Jahr keine oder nur wenige Leistungen in Anspruch genommen wurden. Die Höhe hängt vom Tarif ab.
Pflegepflichtversicherung
Gesetzlich vorgeschriebene Absicherung des Pflegerisikos, gekoppelt an die Kranken­versicherung. Ergänzende private Pflegezusatzversicherungen können Versorgungslücken im Pflegefall schließen.

Allgemein

Versicherungsmakler (§ 34d GewO)
Unabhängiger Vermittler mit Erlaubnis nach § 34d Abs. 1 GewO, verpflichtet, die Interessen der Kunden zu wahren. Der Versicherungsvertreter ist dagegen an einen bestimmten Anbieter gebunden.
Maklerpool
Dienstleister, über den Makler Zugriff auf Vergleichsrechner, Vertragsverwaltung und anonyme Risikovoranfragen vieler Versicherer bündeln.
Vertrags-Check
Ehrliche Prüfung eines bestehenden Vertrags auf Kosten, Leistungsumfang und Lücken. Das Ergebnis kann auch lauten: Vertrag behalten, wenn er bereits gut passt.
Vermittlerregister
Öffentliches Register (vermittlerregister.info), in dem alle zugelassenen Versicherungsvermittler mit Registrierungsnummer aufgeführt sind.

Dein Begriff war nicht dabei?

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